Ausstellung im Conversationshaus

Prof. Wilhelm Krieger
"Tierplastiken"


Professor Wilhelm Krieger
1877 Norderney – 1945 Herrsching

Tierplastiken

 
Eine Ausstellung der Stadt Norderney und der Familie Hajo und Susanne Krieger (Herrsching/Bayern) in Zusammenarbeit mit der Dr. Schmidts Kunstberatung (Oberursel/Taunus).
 
Ausstellungsdauer:  14. März bis 3. Mai 2010
Öffnungszeiten:       Mo. – Sa. 9 bis 23 Uhr, So. 10 bis 23 Uhr
 
Zur Eröffnung der Ausstellung sind Einwohner und Gäste herzlich eingeladen.
 
Eröffnung:     Sonntag, 14. März 2010, 11.00 Uhr

Es sprechen:  Ludwig Salverius, Bürgermeister der Stadt Norderney;
                    Manfred Bätje, 
Stadtarchiv Norderney,
                    Dr. Martin H. Schmidt, Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung.
 
35 Tierbronzen, aus der Zeit von 1905 bis 1944, werden 65 Jahre nach dem Tod von Wilhelm Krieger im Conversationshaus gezeigt. Die Werke stammen aus dem Nachlass des Künstlers, wobei elf Bronzen aus der Zeit des Künstlers stammen, die restlichen wurden von seinem Sohn Hajo posthum in Auftrag gegeben und bearbeitet.
 
Die Ausstellung greift in Umfang und der Auswahl der Objekte auf die erste Einzelausstellung Wilhelm Kriegers zurück, die 1934 in der Städtischen Galerie in Nürnberg stattfand und wiederholt somit die erste umfangreiche Einzelpräsentation von Werken Kriegers außerhalb seines Ateliers in Herrsching am Ammersee/Bayern. So spannt die Ausstellung auf Norderney einen Bogen, indem sie Werke, die in der Wahlheimat des Künstlers entstanden sind, zurück zu dessen Wurzeln auf die Insel bringt. Nach Norderney ist 2011 eine weitere Ausstellung in einem Münchner Museum geplant.
 
Kriegers Werke fanden bereits ihren Weg in große Museen und Sammlungen. Sicher wird auch Wilhelm Krieger in nächster Zeit seinen verdienten Platz in der Riege der großen deutschen Tierbildhauer, wie August Gaul, Fritz Behn, Paul Klee erhalten.
 
Die Wiege von Wilhelm Krieger stand auf der Insel Norderney. Dort wurde er am 2. Juni 1877 als Sohn des Malers Eduard Theodor Krieger (1849 – 1895) und der Gretje Wilhelmine Theemann (1850 – 1914) geboren, die beide aus Norden stammten und 1873 auf die Insel zogen. Zu den Freunden aus Kindheitstagen gehörten der See- und Landschaftsmaler Poppe Folkerts (1875 – 1949)  und Theodor Allwardt (geb. 1876), Sohn des Norderneyer Bauunternehmers Arnold Allwardt. Die Verbundenheit mit der Familie Krieger ergab sich für Poppe Folkerts auch dadurch, dass er in dem Maler- und Glaserbetrieb von Eduard Krieger (Kreuzstraße 10) seine dreijährige Malerlehre absolvierte, um ab 1894 auf Wanderschaft zu gehen und sich zum Kunstmaler ausbildet. Wilhelm Krieger besuchte in diesen Jahren die Schule in Norden, begann 1893 eine Lehre als Dekorationsmaler in Bremen und zog dann nach München. Hier schrieb er sich 1896 an der Kunstakademie ein, verließ diese aber schon vorzeitig, um anschließend vom Verkauf seiner Landschaftsgemälde zu leben. 1903 wurde er Teilhaber der Firma Zierhut& Krieger in München, die Entwürfe für kunstgewerbliche Gegenstände lieferte.
 
Seine große Leidenschaft gehörte aber der Bildhauerei. Tiere faszinierten ihn seit der Kindheit, weshalb er sich vorrangig der Tierbildhauerei widmete. Bereits vor seinem Umzug von München nach Herrsching, 1912,  entstanden verschiedene Tierplastiken, die auf wichtigen Kunstausstellungen in München und Berlin gezeigt wurden. Durch die Zusammenarbeit mit Porzellanmanufakturen und Kunstgießereien konnten seine Werke in hoher Auflage in Steingut, Porzellan und Bronze zum Kauf angeboten werden.
 
Das Gesamtwerk Wilhelm Kriegers umfasst etwa 200 Tierfiguren, Grabentwürfe und Bildnisse. Der Nachlass wird von seinem jüngsten Sohn Hajo in Herrsching verwahrt.  Plastiken Kriegers, in Porzellan, Steingut und Bronze ausgeführt, sind heute noch gesuchte Sammlerobjekte. Doch entgegen den Porzellanausformungen, die von Modelleuren in Serie und weitab vom Künstler in Manufakturen bossiert wurden, zeigt sich gerade in den Bronzen das großartige handwerkliche Können und das Geschick des Autodidakten, der 1927 den Titel eines Professors ehrenhalber verliehen bekam. Krieger ließ es sich nicht nehmen, die Oberflächen der Bronzen selbst zu ziselieren, also den Skulpturen den letzten Schliff und die Oberflächenfarbe zu geben. Er hielt sich bei seinem Schaffen an die genaue anatomische Wiedergabe der Tiere, die er in Zoos und Tiergärten skizzierte oder in seinem Atelier studierte. Dieser Anspruch unterscheidet Wilhelm Krieger von anderen namhaften Tier- bildhauern.
 
Wilhelm Krieger hat zwar selbst großartige Werke hinterlassen, Notizen oder größere schriftliche Erklärungen zum eigenen Tun und künstlerischen Schaffen sind jedoch nicht überliefert und wurden wahrscheinlich auch nicht von ihm verfasst. Seit seiner Kindheit schwerhörig, vertraute er auf die Kraft und den Ausdruck seiner Bildwerke. Nicht durch niedergeschriebene Worte, sondern durch seine Plastiken hat sich Wilhelm Krieger über- liefert.
 

Im August 2009 erhielt die Stadt Norderney die Bronzeplastik eines Uhus von Hajo und Susanne Krieger überreicht. Auch die Ausstellung der Stadt Norderney erinnert an den gebürtigen Norderneyer Wilhelm Krieger, der sich auf dem Festland durch seine Kunst einen Namen machte, auf der Insel selbst aber vergessen blieb.

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