Politik und Verwaltung sprechen sich gegen die Verlegung der Forschungsstelle Küste aus und erwarten ein Gespräch mit Herrn Umweltminister Olaf Lies

Pressemitteilung Nr. 18 vom 30.09.2019

Es fehlt bis heute an konkreten Begründungen und Nachweisen, wonach ein Ausbau und eine inhaltliche Erweiterung der Forschungsstelle auf Norderney nicht möglich sein sollen. Die vermeintliche Unwirtschaftlichkeit, mit der bereits in der Vergangenheit notwendige Sanierungsmaßnahmen im größeren Umfange blockiert worden sind, ist auch auf Nachfrage zu keinem Zeitpunkt mit Zahlen belegt worden. Warum eine Kooperation mit Hochschulen, die zweifelsohne sinnvoll und in Anbetracht der Klimafolgenbewältigung folgerichtig wäre, auf Norderney nicht funktionieren soll, wird ebenso wenig mit konkreten Argumenten hinterlegt.

 

Der Standort Norderney wird seitens der Norderneyer Ratsfraktionen einvernehmlich und parteiübergreifend unterstützt. Die Forschungsstelle Küste besteht seit 1937 auf Norderney. Von damals bis heute hat diese im Bereich der angewandten Forschung wertvolle Arbeit, insbesondere auf den Gebieten Morphologie des Küstengebietes und Küsteningenieurwesen mit den Schwerpunkten Bemessung und funktionale Planung im Insel- und Küstenschutz geleistet. In all der Zeit hat sie ihren Ruf als eine in ihrer fachlichen Beurteilung unabhängige Institution bewahrt. Der Inselstandort Norderney hat maßgeblich zu diesem Ruf beigetragen. Viele Langzeitmessungen und Untersuchungen sind nur auf und vor Norderney möglich.

 

Bürgermeister Ulrichs gibt weiterhin zu bedenken, dass Bund und Länder es anderswo verstehen, Insellagen für Forschungsarbeit zu nutzen. Er nennt als Beispiele die „Biologische Anstalt auf Helgoland“, die vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung seit 1998 betrieben wird. Auf Helgoland wird seit 1892 geforscht.

 

Als quasi Gegenstück wird in List auf Sylt die Wattenmeer-Station für das schleswig-holsteinische Wattenmeer betrieben. Die Forschungseinrichtung liegt nur wenige Schritte vom Wattenmeer entfernt und bietet mit ihrer modernen Forschungsinfrastruktur eine ideale Ausgangsbasis für Forschungsarbeiten auf See, im Watt oder in den Stationslaboren. Genau dort wird die von der überörtlichen Politik gewünschte Bürgerbeteiligung an Wissenschaft etc. betrieben. Das ist ebenfalls ein traditionsreiches, hochgeschätztes Institut, ähnlich der Forschungsstelle auf Norderney.

 

Schließlich betreibt die Hochschule Wismar auf der Insel Poel eine Forschungseinrichtung sowie das Bundesamt für Naturschutz eine Akademie auf der Insel Vilm.

 

Was in allen großen Bundesländern an der Küste seit Jahrzehnten funktioniert und erfolgreich betrieben wird, scheint auf Norderney nach über achtzig Jahren nicht mehr zu klappen. Dafür fordern die Norderney Ratspolitiker plausible Begründungen. Keinesfalls wird man sich mit dieser Entscheidung einfach so abfinden.

 

Am 03. Oktober ist ein erstes Gespräch zwischen den Fraktionsspitzen im Rat der Stadt Norderney, Bürgermeister Ulrichs und Herrn Umweltminister Olaf Lies anberaumt.

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