Die jüngst von der FDP angestoßene Diskussion um die Entwicklung des Booken-Areals macht deutlich, dass die Wohnraumproblematik auf unserer Insel nunmehr aus allen Bereichen der politischen Debatte die Aufmerksamkeit erfährt, die sie verdient. Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass dieses zentrale Thema nun offenbar in der Breite angekommen ist. Zum anderen zeigt sich, gerade mit Blick auf den beginnenden Vorwahlkampf, wie schnell komplexe Vorhaben verkürzt dargestellt oder politisch zugespitzt werden.
Umso wichtiger ist es, den Fokus auf die sachlichen Grundlagen zu legen. Die Stadt und Stadtwerke Norderney sowie die Wohnungsgesellschaft Norderney nehmen dies zum Anlass, den aktuellen Stand der Planungen transparent darzustellen und damit einen Beitrag zu einer differenzierten, faktenbasierten Diskussion zu leisten.
Das rund 12.000 Quadratmeter große Areal befindet sich im Eigentum der Stadtwerke und wird seit geraumer Zeit mit hoher Intensität planerisch bearbeitet. Ziel ist es, neben den unlängst erfolgreich abgeschlossenen Wohnungsbaumaßnahmen noch weiteren, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den besonderen Anforde-rungen des Standorts gerecht zu werden.
Diese Anforderungen sind dabei erheblich. Das Areal liegt in einem sensiblen Bereich, unter anderem innerhalb einer Wasserschutzzone. Diesbezüglich gelten strenge Vorgaben zu Gebäudehöhen und Bebauungsformen, die deutlich über das übliche Maß hinausgehen, sich unmittelbar auf die Bauausführung erstrecken und die Umsetzung von Bauvorhaben spürbar erschweren.
Diese Rahmenbedingungen sind verbindlich und lassen sich nicht durch politische For-derungen oder zeitlichen Druck verändern. Sie erfordern eine sorgfältige, fachlich fundierte Planung, die alle Aspekte – von Umwelt- und Ressourcenschutz bis hin zur baulichen Umsetzbarkeit – gleichermaßen berücksichtigt.
„Vor diesem Hintergrund greift die wiederkehrende Darstellung eines vermeintlichen „Stillstands“ zu kurz“ erklärt Bürgermeister Frank Ulrichs. „Tatsächlich handelt es sich um einen anspruchsvollen Planungsprozess, der mit zahlreichen Prüfungen, Abstimmungen und fachlichen Bewertungen verbunden ist. Diese Schritte sind Voraussetzung dafür, am Ende ein genehmigungsfähiges und wirtschaftlich tragfähiges Projekt realisieren zu können.“
„Wir verstehen den Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum sehr gut. Gleichzeitig tragen wir eine besondere Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der Insel“, ergänzt Holger Schönemann, Geschäftsführer der Stadtwerke Norderney. „Eine vorschnelle Bebauung würde weder den ökologischen Anforderungen noch den langfristigen Interessen der Inselgemeinschaft gerecht werden.“
Gemeinsam mit der Wohnungsgesellschaft arbeiten die Stadtwerke Norderney derzeit intensiv an einem tragfähigen Bebauungskonzept. Ziel ist es, auf dem Areal rund 100 Wohneinheiten zu realisieren. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts liegt bei etwa 26 Millionen Euro.
Dieses Investitionsvolumen stellt für die Stadtwerke und die Wohnungsgesellschaft eine erhebliche finanzielle Kraftanstrengung dar; dies auch insbesondere vor dem Hintergrund der künftig zu bewältigenden, sehr umfangreichen Investitionen in die Energiewende, die Infrastruktur und Versorgungssicherheit der Insel. Gerade deshalb ist es erforderlich, die Planung wirtschaftlich solide und mit einem klaren Blick auf langfristige Belastungen aufzusetzen.
Für die planerische Umsetzung wurde ein erfahrenes Architekturbüro aus Darmstadt beauftragt, das das Projekt sowohl in der Entwurfsphase als auch im weiteren Verlauf, insbesondere bei Ausschreibung und Vergabe, begleiten wird. Voraussetzung für die nächsten Schritte ist jedoch, dass sämtliche ökologischen, wasserrechtlichen und bau-lichen Anforderungen abschließend geprüft und in der Planung berücksichtigt sind.
Im Vordergrund steht für uns die Entwicklung eines belastbaren und genehmigungsfähigen Konzepts, das unter den gegebenen Rahmenbedingungen tatsächlich umsetzbar ist“, so Roland Peters, Leiter der Wohnungsgesellschaft Norderney. „Darüber hinaus ist es unser Ziel, ein Projekt zu realisieren, das sowohl dringend benötigten Wohnraum schafft als auch den besonderen Charakter der Insel bewahrt.“
Stadt, Stadtwerke Norderney und die Wohnungsgesellschaft Norderney werden die Öffentlichkeit weiterhin regelmäßig über Fortschritte rund um das Projekt informieren.
Holger Schönemann Frank Ulrichs
(Geschäftsführer Stadtwerke Norderney) (Bürgermeister Stadt Norderney)
