Pressemitteilung Nr. 33 vom 17.12.2008

Zukunft des Haus der Insel


In den letzten Wochen wurde Einiges zum Thema geschrieben. Nach dem Politik, Stadt und Gesellschaften nun die Auffassung der FWN aus der Presse erfahren haben, ist eine Stellungnahme erforderlich. Angesichts des Themas auch etwas ausführlicher.
 
Viele Norderneyer, auch wenn sie das Angebot selbst gar nicht wahrnehmen, freuen sich heute über den großen Saal mit rd. 900 Sitzplätzen. Das gilt gleichermaßen für die Mitglieder des Rates. Genau dieses Wunschangebot – vielleicht 30 Mal im Jahr abgefragt – bringt aber die Probleme. Das Haus ist nämlich heute eben nicht multifunktional.
 
Mit der Fertigstellung des Conversationshauses hat der Bürgermeister die beteiligten Baufachleute und städtischen Gesellschaften zu einem Nachdenken über die Zukunft des HdI eingeladen. Zahlen und vielfältige Ideen zur Nutzung wurden zur Vorbereitung der politischen Beratungen diskutiert. Im Ergebnis ging die Empfehlung des Arbeitskreises dahin, an der Stelle des HdI Neues für die Insel entstehen zu lassen. Städtebauliche Grundideen wurden dazu entwickelt, ohne sich in diesem Zeitpunkt im Detail auf Baukörper oder Nutzungen einzulassen und politischen Entscheidungen vorzugreifen (s. Foto). Für die nachgefragten Angebote der kleinen Tagungsräumlichkeiten wurde als denkbarer Ersatz das Conversationshaus genannt. Auch über eine Alternative für die AWO am Wasserturm wurde nachgedacht. Ein wirtschaftlich nachhaltiges Betreibungs- und Finanzierungskonzept zur Grundsanierung des HdI und damit den Erhalt des großen Saales wurde indessen nicht gefunden.
Dieses Ergebnis wurde von weiteren Faktoren begleitet:
a)       Die EU-Förderperiode bis 2007 war ausgelaufen. Mit den neuen Richtlinien ist keine Förderung zu erreichen. Das Land hatte bereits angekündigt, nicht zwei Tagungs- und Veranstaltungsbauten auf der Insel zu finanzieren. Deshalb musste der schon auf den Weg gebrachte Antrag zurückgenommen werden.
b)       Der heutige Hauptpächter „Müller Touristik“ hatte angekündigt, das Pachtverhältnis über 2010 nicht fortsetzen zu wollen.
c)       Die finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten der WBN schwinden aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen auf dem Versorgungsmarkt.
Angesichts solcher Fakten, die im Übrigen alle der FWN bekannt sind, und der Chancen für die Zukunft hat dann auch die Grundeinstellung des Bürgermeisters gewandelt.
 
Die Datenlage wurde von der FWN kritisiert („unseriös“). Eine Beleidigung für alle die qualifizierten Mitarbeiter in den Verwaltungen der Gesellschaften und Stadt. Dennoch wurde der FWN die Plattform eröffnet, einen Zahlenabgleich vorzunehmen. Am 28. 11. sind Vertreter der Ratsfraktionen und der Finanzleute zusammengekommen. Es wurden die Grundsätze einer ordnungsgemäßen Buchführung beiseite geschoben. Ausdrücklich ist man in die Gedankenwelt der Herren Moroni und Plavenieks eingestiegen. Nach mehr als dreistündiger Diskussion stand ein Minusbetrag zum laufenden Betrieb von rd. 100.000 € an der Wand. Der Bürgermeister stellte als kleinsten gemeinsamen Nenner fest: Auf jeden Fall haben wir keinen Plusbetrag! Blieb denn wieder die Frage: Wie soll ein Sanierungsaufwand zwischen 5 und 7 Mio. € nachhaltig wirtschaftlich finanziert werden?
 
Nach dem Gang der Dinge und der öffentlichen Vorpositionierung war zu erwarten, dass etwas Interessantes folgen wird. Die in den Medien jetzt veröffentlichte Finanzierung ist aber mehr. Sie ist abenteuerlich!
a) Einen tatsächlichen Zinsaufwand der WBN mit ca. 67.000 € kann man nicht unter den Tisch fallen lassen.
b) Woher sollen 250.000 € Mehrerlös aus Veranstaltung (= rd. 700 € täglich) kommen?
c) Die angeführten 2,5 Mio. € sind in der Tat noch eine offene Forderung im Zuge des Projekts „5-Sterne-Hotel“. Das Geld ist jedoch bereits ausgegeben. Der Betrag wird derzeit durch Kassenkredite vorfinanziert, worüber vor drei Wochen im Aufsichtsrat der Staatsbad GmbH gesprochen wurde.
d) Seit wann kann man unterlassene Bauunterhaltungsaufwendungen bei einer Finanzierung gegenrechnen?
 
Dies alles ist unfassbar. Auch, wenn der ehemalige Stadtbaumeister, mitverantwortlich für die damaligen Aufwands- und Ertragsberechnungen und für die städtische Bauunterhaltung, solche Vorgänge begleitet. Es geht nicht um Denkmale, sondern um das Erbe. Eine bezahlbare, sich an den Gästebedürfnissen orientierende Infrastruktur. So wies der Steuerberater und ehemalige Ratsherr Dehns seinerzeit in einer persönlichen Note daraufhin, dass er dem Projekt – so interessant es sei – nur zustimmen könne, wenn die Folgekosten geklärt sind. Die damalige Ertragsvorschau hat leider mit den Realitäten wenig gemein. So sind denn auch die Defizite so eingetreten und belasten bis heute.
Warum ist das HdI 1993 an die WBN abgegeben worden? Weil die Stadt die Verluste nicht mehr schultern konnte und man sich eine Kostensenkung (z.B. Einbeziehung in das Wärmeversorungsnetz, günstigere Energieaufwendungen) erhoffen durfte. Ein Stück weit Haushaltssanierung bei der Stadt war Nebeneffekt. 
 
Die Stadt kann sich nur freuen, dass ihre Finanzleute einen seriösen Umgang mit Zahlen pflegen. Bei alledem handelt es sich bei den Darlegungen leider nicht um ein schönes Weihnachtsgeschenk. Folgt man dem Kommentar eines Besuchers der FWN-Veranstaltung, der von „Verrat sprach“, dann lassen sich die Vorschläge eher als Kuckucksei einzustufen. Weder eine tragbare Rechnung noch ein belastbares Betreibungskonzept stehen dahinter.
 
Klar ist, dass das HdI nicht morgen abgerissen wird. Auch solcher Unfug wird verbreitet. Aufwendige Prüfungen, Planungen, Beratungen über ein Danach benötigen Zeit, mindestens drei Jahre. Die Grundsatzentscheidung zum zukünftigen Weg muss aber jetzt kommen. Entweder muss nämlich dann substanzerhaltende Bauunterhaltung betrieben werden oder man befasst sich mit einer generell anderen Zukunft.
Stimmungsmache, wie üblich, losgelöst von Realitäten, bringt die Insel in der Sache nicht weiter.

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